Was das Miese an den Stromtrassen ist

#516

Wesentlichen Anteil an der Energiewende hat der Entschluss, die deutschen Kernkraftwerke abzuschalten. Der dort produzierte Strom muss ersetzt werden – das ist jedem klar. Nun gibt es den Plan oder – darüber streitet man – den Beschluss, Strom aus Braunkohle aus Sachsen-Anhalt und Strom aus Windkraftanlagen vor der norddeutschen Küste per Stromtrassen nach Bayern zu transportieren. Das soll den Ausfalls der abzuschaltenden bayerischen Kernkraftwerke ausgleichen. Klingt richtig? Auf den ersten Blick: ja. Aber eben nur auf den ersten Blick.

Sind diese Stromtrassen erst einmal da, dann allerdings wird Bayern zum Zwangsabnehmer für den Strom von der Küste und aus der Braunkohle. Bayern wird diesen Strom auf Jahrzehnte hinweg kaufen müssen. Die Arbeitsplätze, die an der Küste entstehen (Aufbau, Pflege, Wartung der etwa 6.500 Windkraftanlagen), werden also zwangsweise von Bayern aus bezahlt werden. Und die Windkraftanlagen selbst natürlich auch. Das sind, ganz, ganz grob geschätzt, etwa 65 Milliarden € für die Windkraftanlagen und etwa 5 Milliarden € jährlich (!), die zwangsweise von Bayern nach dem Norden fließen. Und Bayern wird keine Möglichkeit haben, aus dieser Lage wieder auszusteigen.

Damit würde Bayern quasi die Energiewende für ganz Deutschland alleine bezahlen, ohne selbst davon wirtschaftlich zu profitieren. Das kann es nicht sein.

Wir lehnen das beim Länderfinanzausgleich ab. Und wir werden nicht zulassen, dass durchs Hintertürchen eine Art „Länderfinanzausgleich II“ geschaffen wird, dessen einziger Zweck lautet: „Bayern muss bezahlen“.

André Freud

 

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