Ganz schön aufgeregt, so eine Partei im Wahlkampf

#490

Die SPD kommt sich selbst entgegen. Dauernd.
Die SPD kommt sich selbst entgegen. Dauernd.

Man wundert sich. Der OB von der SPD steckte hinter der Schließung des Volksbads. Nun demonstriert die SPD für eine Wiedereröffnung des Volksbads. Der OB von der SPD war mit ursächlich dafür, dass das Quelle-Areal derartig mit unrealistischen Forderungen belastet wurde, bis am Ende der Freistaat rund eine Milliarde hätte bezahlen sollen, damit gleich hinterm Gemüse links eine Art Uni hätte angesiedelt werden können – klar, dass der Freistaat solchen Unfug nicht macht. Und nun demonstriert die SPD für den Erhalt der Gebäude. Sogar eine Online-Bittschrift haben wackere SPD-Wahlkämpfer erstellt. Kostet nichts und bringt nichts. Oder haben Sie jemals etwas von einer erfolgreichen Online-Bittschrift gehört? Nein, haben Sie nicht. Warum? Weil diese Art von Volksbespaßung politisch irrelevant ist. Damit gaukelt man den Bürgern Beteiligung nur vor, man führt sie aber nicht herbei.

Aber eines ist doch besonders witzig: War es nicht der SPD-Ortsverein Muggenhof, der als erster den Abriss der Quelle-Gebäude forderte? Und nun ist er die Speerspitze derer, die das Objekt unbedingt erhalten wollen, obwohl es niemand braucht, obwohl niemand mehr die Heizkosten bezahlen kann? Hallo – wie absurd ist das alles?

Man scheint in der SPD zu meinen, dass der Bürger derartig verwirrt ist, dass er auch dieses rin in die Kartoffeln raus aus die Kartoffeln klaglos hinnimmt. Streng genommen steckt hinter solchem Verhalten der Ausdruck höchster Verachtung. Ich begreife das nicht. Wenn ich für einen politischen Standpunkt stehe, dann vertrete ich ihn. Wenn er nicht mehrheitsfähig ist – na gut, das werde ich als guter Demokrat immer akzeptieren. Aber ich behaupte doch nicht aus lauter Angst vor dem Wähler auf einmal das Gegenteil.

André Freud

 

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