Oh weh! Was soll nur werden?

#484

Peace, love and harmony
Peace, love and harmony

Vorhin sah ich in meinen Kalender, und der Schreck fuhr mir in die Knochen: nicht einmal mehr zwei Wochen bis Weihnachten, nicht einmal mehr drei bis Silvester. Man stelle sich einmal vor, was das bedeutet: Pause in der Politik!

Gewiss, kommende Woche steht noch einiges an. Die Bundeskanzlerin wird gewählt, ein zustimmendes Votum der SPD-Mitglieder vorausgesetzt. Noch einiges mehr wird im Bundestag geschehen, es gibt also noch eine Art Jahresendrallye, ein Finale furioso, bevor das Jahr sein müdes Haupt neigt. Bis zum 6. Januar wird Ruhe herrschen.

Kann man sich vorstellen, was das bedeutet? Keine politischen Veranstaltungen. Keine Pressekonferenzen. Kein Techtelmechtel mit den neuen Freunden von der SPD… Was soll man nur mit seiner Zeit anfangen? Wie soll der Körper mit dem allfällig sinkenden Blutdruck zurechtkommen? Wie rechtfertige ich vor mir meinen vermutlich kaum sinkenden Zigarettenkonsum?

Freundliche, wohlmeinende Zeitgenossen raten hier: Nutze die Zeit, entspanne, verbringe Zeit mit der Familie und den Menschen, für die sonst wenig Zeit ist. Ist ja alles richtig, ist ja alles wahr, aber kann das wirklich ein Ersatz sein?

Vom 24.12. bis zum 06.01. keine innere Angriffsbereitschaft bei der Lektüre der NN, kein wohliges Erschauern, wenn eine SPD-Stellungnahme über den Ticker kommt (das Erschauern ist deswegen meist wohlig, weil ich mich schon beim Lesen an der Hitze meiner Antwort erwärme), kein mitleidiges Seufzen, wenn die „Piraten“ mal wieder glauben, sie hätten das Rad neu erfunden, wie das eben jeder Kindergartenbub glaubt; kein inneres Straffen bei der Begegnung mit dem politischen „Mitbewerber“ im öffentlichen Raum – wobei ich nicht recht verstehe, warum man dieses honigsüße und selten ernstgemeinte Wort „Mitbewerber“ braucht, wenn man doch intern meist offener und ehrlicher vom Gegner spricht.

Es wird viel fehlen in diesen zwei Wochen. Hoffentlich überstehen wir das gut!

Für alle, die den Ironiemodus nicht erkannten: er ist eingeschaltet.

André Freud

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