Von guten Gewinnern und schlechten Verlierern

#433

Wahn oder Wirklichkeit?
Wahn oder Wirklichkeit?

Christian Ude, vor Jahresfrist von der SPD als eine Art Superkandidat ausgerufen, bescherte der SPD ein Wahlergebnis von 20,5 %. Der Beinahe-Ministerpräsident Ude hatte tatsächlich die Frechheit, das den Bürgern als „Trendwende“ und Erfolg verkaufen zu wollen. Dabei hat die SPD nur ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Krieg um gerade einmal 2,0 %Punkte verbessern können – während die sogenannte „Linke“, Fleisch vom Fleisch der SPD, 2,3 %Punkte verlor. Es gelang also der SPD nicht einmal, die vom gescheiterten Projekt „SED in Bayern“ verlorenen Stimmen aufzuklauben.

Nürnberg ist eine rote Stadt. Immer gewesen. Nur einmal seit dem Krieg gab es einen CSU-Oberbürgermeister. Selbst der höchst angesehene Günther Beckstein konnte seinen Stimmkreis Nürnberg-Nord nicht immer direkt gewinnen.

Es kommt aber etwas hinzu, was man keinesfalls unterschätzen darf. Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr schreibt die auflagenstärkste Nürnberger Tageszeitung in beschämender Einseitigkeit zugunsten der SPD. Die Behauptung des stv. Chefredakteurs Michael Husarek, daß  die CSU in Nürnberg verloren habe, ist an Verdrehung kaum zu überbieten. Hätte jemand vor zehn, vor zwanzig oder vor dreißig Jahren geweissagt, daß die CSU im Jahr 2013 alle vier Stimmbezirke bei den Landtagswahlen direkt gewinnen würde, hätte das niemand für realistisch gehalten. Und das, obwohl mit den Freien Wählern, die 9,0 % erreichten, bürgerliche Wähler vor allem aus dem Lager der CSU verloren gingen.

Im Nürnberger Norden trat nicht mehr der bundesweit bekannte und populäre Günther Beckstein an, sondern der neue Kandidat Michael Brückner. Die SPD stellte mit Arif Tasdelen einen Kandidaten mit hoher Symbolkraft, der von der gesamten SPD-Führungsebene massiv unterstützt wurde. All die Mühe, all das Geld, der monatelange Wahlkampf dieses Kandidaten haben nicht gefruchtet: er verlor gegen den von der SPD anfangs mit Häme bedachten Michael Brückner. Und die NN titeln heute: „Die CSU verliert in Nürnberg“. Man fragt sich wirklich, auf welchem Planeten die Welterklärer der NN so vor sich hin leben.

Das bürgerliche Lager, bestehend aus CSU, FDP und FW, hat exakt 60 % geholt. Das linke Lager aus SPD, SED und Grünen hat 31 % geholt. Und ein linkes Kampfblatt titelt, daß die CSU verloren hätte. Man faßt es nicht.

André Freud

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