Traut ihnen nicht

#426

Einer der Menschenschlächter des 20. Jahrhunderts - bis heute hat er Bewunderer in der "Linkspartei"
Einer der Menschenschlächter des 20. Jahrhunderts – bis heute hat er Bewunderer in der „Linkspartei“

Der Kommunismus im Europa des 21. Jahrhunderts kommt nicht mehr mit der Fratze Stalins daher. Selbst die meisten Kommunisten behaupten heute, an Stalin nur wenig Guten erkennen zu können.

Das ist in jedem Falle unwahr, denn entweder machen diese Kommunisten allen anderen etwas vor oder, was durchaus sein mag, sich selbst.

Wenn man selbst in Freiheit lebt und in einem ordentlichen Wohlstand, dann ist so angenehm vom Kommunismus schwafeln. Das fängt damit an, daß man ihn nicht mehr Kommunismus nennt, sondern Sozialismus. Und es mögen an dieser Stelle alle Leser versichert sein, daß mir die vom angeblich „wissenschaftlichen“ Marxismus-Leninismus behaupteten Unterschiede und Abgrenzungsmerkmale durchaus bekannt sind, allein: sie sind pillepalle.

Nehmen wir nur ein kleines, ein winziges Detail der Forderungen von Dunkelrot unter die Lupe: die Vermögenssteuer, die für Unternehmen eingeführt werden soll. Da drehen sie auf, unsere Propagandisten mit Hammer, Sichel, Ährenkranz: Die Freibeträge seien so hoch, daß nur „reiche“ Unternehmen besteuert werden würden, und es würde doch gar nicht so viel Steuer erhoben werden, und „Teilen macht Spaß“, wie die kommunistische SED, die sich heute unter dem nom de guerre „Die Linke“ anzubiedern versucht.

Was würde wirklich passieren, wenn in Deutschland eine Vermögenssteuer eingeführt werden würde?

Die Modelle von SPD, Grünen und SED („Die Linke“) sind durchaus ziemlich unterschiedlich. Nach komplexen Berechnungen der Bergischen Universität Wuppertal sind von den Unternehmen jedes Jahr zu entrichten:

  • Modell SPD:    3,0 Mrd. €
  • Modell GRÜ:    3,5 Mrd. €
  • Modell SED:   18,3 Mrd. €

Klingt das nicht gerecht, in den Augen unserer Freunde stärkerer Umverteilung? Es scheint in den Augen vieler so seinen Charme zu haben, denn man nimmt ja nur den Unternehmen etwas weg, denen es besonders gut geht, nicht wahr?

Pustekuchen. Diese Unternehmen, von denen hier die Rede ist, sind oft genug Aktiengesellschaften. Deren Aktien sind über Fonds oft genug im Eigentum von Oma Erna oder der Lebensversicherung von Oma Erna. Und was wird wohl am Tag nach dem Beschluß der Einführung einer Vermögenssteuer passieren? Die Aktien dieser Unternehmen werden in den Keller rauschen, denn diese Steuern schmälern ihren Gewinn, und der Aktienkurs heute enthält die Gewinnerwartung von morgen. Wir werden den größten Börsencrash seit der Tulpenmanie erleben. Und was ist dann mit Oma Ernas Lebensversicherung? Was ist mit ihrem Ersparten? Es wird eine Katastrophe werden. Was wird mit den Löhnen passieren, wenn die Unternehmen diese neue Steuer zu bewältigen haben? Werden sie weiter steigen? Gewiß nicht!

Unternehmen werden ihren Sitz aus Deutschland weg verlegen. Geld ist ein flüchtig Ding. Investitionen werden nicht mehr bei uns erfolgen, sondern in Ländern, in denen Gewinn und Steuern in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Es ist schierer, blanker Sozialismus, der hier am Werke ist: haßerfülltes, neiderfülltes Wegnehmen.

Es sind noch nie arme Menschen zu Wohlstand gekommen, indem man den Reichen weggenommen hat. Es wurden in den sozialistischen Staaten einfach alle arm. Deswegen ist es eine Perversion und eine Beleidigung des Verstandes der Menschen, wenn die SED die Frechheit besitzt, auf ihren Wahlplakaten wieder einmal die Worte „Reichtum für alle“ zu erheben. Das haben Sozialisten und Kommunisten noch niemals erreicht. Niemals, nirgends.

Wir wissen, woran die „DDR“ unterging, woran die UdSSR unterging: am Bankrott. Er schuf eine Situation, in der diese Diktaturen nicht mehr willens noch in der Lage waren, gegen die aufbegehrenden Bürger so heftig vorzugehen, wie es aus ihrer Sicht nötig gewesen wäre.

Der Traum von mehr Gerechtigkeit durch solch exzessive Staatliche Umverteilung ist ein Alp. Zum einen wird man die Frage erheben dürfen, ob unsere Gesellschaft wirklich so ungerecht ist. Natürlich: Jeder kennt Beispiel größter Ungerechtigkeit. Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren und am nächsten Tag im gleichen Betrieb die gleiche Arbeit weiter machen, aber nun als Angestellte einer Zeitarbeitsgesellschaft und für ein Drittel weniger Lohn. Das ist eine Sauerei, darüber kann man kaum diskutieren. Natürlich empfinden Menschen eine Rentenerhöhung um 0,25 % als Spott. Es wird hier nicht behauptet, daß alles toll sei – es gibt genügend Baustellen für die Politik.

Was aber nicht sein darf, ist, daß wir 23 Jahre nach dem Untergang der „DDR“ wieder sozialistische Experimente am lebenden Menschen zulassen. Und was wir ebenfalls nicht zulassen dürfen, ist, daß SPD und Grüne von der Gnade der Kommunisten regieren werden. Wir haben nicht seit 1949 die freiheitlich-demokratische Grundordnung aufgebaut, um sie von Honeckers Erben zerstören zu lassen.

André Freud

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