Arif Tasdelen wird dünnhäutig

#427

Der unliebsame Fragen löschende Arif Tasdelen (SPD) © Freud
Der unliebsame Fragen löschende Arif Tasdelen (SPD)
© Freud

Für den Landtag kandidiert im Nürnberger Norden für die 18 %-Partei SPD der Arif Tasdelen. Er führt, wie man weiß, einen bemerkenswert intensiven Wahlkampf. Dazu benutzt er auch Facebook, wie es sich heute gehört. Prima Sache, das. Vor allem, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.

Tasdelen hat gleich zwei Facebook-Seiten. Eine ist eine „persönliche“ Seite, die andere die Seite des „Politikers“. Die Inhalte sind weitgehend identisch, allerdings wird in den letzten Wochen die „persönliche“ Seite kaum noch gepflegt. Das geht so weit, daß man sich schon fragt, ob Tasdelen den Wahlkampf, den er so früh und so laut begann, kurz vorm Finale einschlafen läßt. Mangels Erfolgsaussicht, beispielsweise.

Beide Rededuelle mit Michael Brückner (CSU) hat Tasdelen klar verloren. Blieb er beim ersten Duell vor einigen Wochen auf quasi jede Frage die Antwort schuldig, so soll er – der Verfasser dieser Zeilen war nicht anwesend – beim zweiten vor einigen Tagen beim Bürgerverein Nord – entweder vorgefertigte Standardsätze verlautbart haben oder quasi gar nichts.

Nun, jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Oder auch zwei. Oder drei…

Einen ganz schlechten Tag hatte Arif Tasdelen aber vor kurzem. Auf seiner Facebook-Seite Nr. 2 (die des Politikers) prangt ein Eintrag: „Unis unterfinanziert!“. Dazu erlaubte ich mir, eine Frage zu stellen. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Formulierung, aber es ging in etwa darum, ob ihm die Finanzierungslage von Unis außerhalb Bayerns bekannt ist. Heute sah ich mal nach, ob Arif Tasdelen mich mit einer Antwort beglückte.

Nein, eine Antwort fand ich nicht. Das mag einen jetzt nicht überraschen. Wirklich erstaunt aber war ich, als ich feststellen mußte: Arif Tasdelen hat mir nicht nur nicht geantwortet – er hat meine Frage gelöscht.

Haben Sie das nötig? Sind Sie so wenig souverän, daß Sie es nicht ertragen können, wenn Sie etwas unbequem befragt werden? Ist eine Frage eines CSUlers so schlimm, daß sie getilgt werden muß?

So eine Aktion ist wenig klug. Hätten Sie meine Frage nicht beantwortet, dann hätte ich mich höchstens mit einem Einzeiler darüber mokieren können. Hätten Sie mir eine Wischi-Waschi-Antwort höchstmöglicher Beliebigkeit gegeben, hätte ich vermutlich gar nicht mehr reagiert. Aber meine Frage zu löschen war schon deswegen nicht geschickt, weil es mir Grund und Anlaß für diesen Artikel liefert, in dem Sie nicht durch mich, sondern durch eigenes politisches Handeln nicht wirklich gut dastehen.

Das Direktmandat im Nürnberger Norden haben Sie wohl eh längst abgeschrieben. Über die Liste haben Sie mit Platz 12 vielleicht eine Chance, man wird das sehen. Sollten Sie über die Liste tatsächlich MdL werden, dann hoffe ich, daß Sie Ihrer Verantwortung gerecht zu werden lernen, indem Sie nicht nur die Jubelkommentare auf Ihrer Facebook-Seite stehen lassen, sondern auch Fragen, in denen Ihnen nicht zugejubelt wird.

André Freud

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