Der Macher

#418

Staatsminister Markus Söder im Wahlkampf unterwegs
Staatsminister Markus Söder im Wahlkampf unterwegs ©Freud

 

Mit diesen Worten betitelt die NN ihr heutiges Portrait über Markus Söder (S. 11). Nun hat mich die NN bereits neulich überrascht, als sie über das Rededuell Michael Brückner vs. Arif Tasdelen fair (wenn auch anderer Meinung als ich, aber fair) berichtet hat. Und heute lese ich eine (fast) durchgängig zustimmungsfähige Darstellung Söders in den Nürnberger Nachrichten. Was ist da los?

Aber gemach. Ein Drittel der Seite gehört Markus Söder, ein Drittel gehört dem Stefan Schuster von der SPD. Der ist nun wirklich nicht der garstigste SPDler; das räume ich auch in Wahlkampfzeiten ein.  Es könnte ja nun sein, daß Söder fair dargestellt wird, aber Schuster in den Himmel gelobt wird. Jedoch: dem ist nicht so. Das Portrait von Schuster ist in ähnlicher Weise geschrieben. Und das, liebe NN, ist genau das, was man von einer Zeitung erwarten darf. Fairness gebührt allen. Ihr habt das mit diesen Portraits geleistet, und das gehört akzeptiert und anerkannt.

Freilich, an ein, zwei Stellen darf man Euch schon noch kritisieren. So etwa, wenn im Artikel über Schuster steht, daß der Finanzminister Söder die „finanziellen Geschenke … wahlkampftaktisch verteil(t)…“. Wer Markus Söder kennt, der weiß: er ist mit Leib und Seele Nürnberger. Seine Heimatverbundenheit ist nicht für fünf Pfennig aufgesetzt. Als Söder vor knapp zwei Jahren Finanzminister wurde, hat er mehrere Projekte angeschoben. Einige davon, die auch Nürnberg betreffen, sind inzwischen real geworden: die Kaiserburg, der Wöhrder See, die 80 %-Übernahme der Kosten des Frankenschnellwegs  – um nur die bekanntesten zu nennen. Das hat mit wahlkampf-taktischer Verteilung von Geschenken nichts, aber wirklich gar nichts zu tun. Söder ist ein Macher, und als er diese Projekte anstieß, konnte er nicht wissen, wie schnell er sie realisieren kann. Da entscheiden ja durchaus das Kabinett und der Landtag mit. Als Söder also diese Projekte anstieß, da hätte es ihm auch passieren können, daß aus anderen Ecken Bayerns stärkerer Widerstand gekommen wäre, daß sie nicht so schnell hätten realisiert werden können, und dann würde heute vielleicht manche über ihn sagen, er wäre nur ein Ankündiger. Da Söder aber seine Ankündigungen wahr gemacht hat, kommt nun der Vorwurf, es sei alles nur Taktik. Das ist etwas arg wenig plausibel.

Söder ist für Nürnberg und für ganz Franken ein politischer Glücksfall. Zum ersten Mal überhaupt ist ein Franke bayerischer Finanzminister. Die Resultate sind unübersehbar. Übrigens keineswegs nur in Nürnberg – Söder hat ganz erhebliche Investitionen in Städten außerhalb Nürnbergs, ja: außerhalb Mittelfrankens getätigt. Soll das auch Wahltaktik sein? Die können ihn gar nicht wählen. Und damit zeigt sich, daß Söder eben nicht der wahltaktisch agierende Geschenkeverteiler ist, sondern – wie es im Artikel richtig heißt – ein Macher. Im Gespräch mit Markus Söder geht es so oft um Fragen, wie ein gewolltes Projekt realisiert werden kann, daß man sich der Beurteilung „Macher“ nicht verweigern kann.

Das ist natürlich für die SPD frustrierend. Sie haben in Markus Söder einen Stimmkreisbewerber für den Bayerischen Landtag, über den auch viele, die eigentlich der CSU nicht nahestehen, sagen: „Der Söder, der paßt scho‘, der macht ‚was, den kann man wählen“.

André Freud

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Ein Kommentar

  1. Papaluga sagt:

    Auch ich habe den Artikel Schuster vs. Söder gelesen. Da muss ich doch feststellen, dass sich an Herrn Schuster gelinde gesagt, rangeschleimt wird. Zumindest in anbetracht seiner politischen Initiativen und Erfolge. Ich kann mich nur an eine initiierte Schäufele-Woche in der Landtagskantine und an das echauffieren des MdL, als auf einem Wahlplakat einer anderen Partei, ein Polizeibeamter mit falschen Rangabzeichen abgebildet wurde, erinnern. Dass er nurmehr wegen seines Verwandtschaftsverhältisses mit Dem Nürnberger OB und der ehemaligen BM Strobl im Landtag, sitzt dürfte als Tatsache gelten. Dann schreibt die NN „der große blonde mit den blauen Augen“. Na hoppala!! Haare blondiert, farbige Kontaktlinsen und 1,78 m groß! Wenn das keine politische Qualifikation ist??!!

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