Wer SPD wählt, könnte SED bekommen

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Der Händedruck zwischen SPD und KPD: Zentrales Symbol des SED-Logos
Der Händedruck zwischen SPD und KPD: Zentrales Symbol des SED-Logos

Wenn Peer Steinbrück sagt, daß eine Koalition der SPD und der Grünen mit der sich nun „Die Linke“ nennenden SED nach der Bundestagswahl nicht in Frage kommt, dann glaube ich ihm. Ich glaube ihm, daß er es jetzt und heute ehrlich meint.

Ich bin kein mißtrauischer Mensch. Daher glaubte ich auch Andrea Ypsilanti (SPD), als sie für Hessen versprach: „Keine Koalition mit der SED!“. Nun hat die Ypsilanti allerdings nach der Landtagswahl in Hessen flugs ihre Meinung geändert – plötzlich und nachdem es die einzige Möglichkeit war, um Ministerpräsidentin zu werden, wollte sie doch mit Honeckers Erben zusammengehen. Es ist drei – in Worten: (nur) drei! – nicht ehrvergessenen SPD-Landtagsabgeordneten in Hessen, an der Spitze Dagmar Metzger, zu verdanken, daß es nicht dazu kam.

Nun ist Peer Steinbrück nicht der gleiche Mensch wie Andrea Ypsilanti. Sie ist stramm links, während Steinbrücks politisches Profil eher aus dem Wort „ich!“ zu bestehen scheint. Steinbrück hat eine Koalition mit der SED kategorisch ausgeschlossen.

Stellen wir uns einmal vor, nur zum Spaß, die Bundestagswahl ginge so aus, daß es für SPD-GRÜ-SED haarscharf reichen würde. Woher weiß derjenige, der heute dazu neigt, SPD zu wählen, daß er nicht am 23. September morgens aufwacht und den Nachrichten entnehmen darf, daß Steinbrück sich mit der SED zwecks Koalitionsverhandlungen trifft?

Er weiß es nicht. Es ist möglich.

Und was ist, wenn die Wahl wie oben beschrieben ausgeht, aber Steinbrück sogar zu seinem Wort stehen sollte? Was wird dann sein? Steinbrück hat auch gesagt, daß er für eine große Koalition unter der Führung Angela Merkels nicht zur Verfügung steht. Da klar ist, daß die Union an Angela Merkel als Bundeskanzlerin festhalten wird, läuft es dann zwingend darauf hinaus, daß Steinbrück von der Brücke geht. Dann wird ein anderer seine Position einnehmen, Sigmar Gabriel oder Andrea Nahles. Und dann wird alles ganz schnell gehen. Diese beiden sind ja durch Steinbrücks Versprechen nicht gebunden. Dann wird womöglich sehr schnell mit der SED eine Einigung erzielt.

Andrea Ypsilanti hat vorgemacht, daß wir selbst einem so grundlegenden Versprechen eines SPD-Spitzenkandidaten nicht trauen können. Nun könnte einer sagen: „Naja, gut, aber Steinbrück ist nicht Ypsilanti“. Mag sein. Aber etwas anderes bleibt trotzdem wahr: Alle SPD-Landtagsabgeordneten in Hessen bis auf drei waren bereit, Ypsilanti dennoch zur Ministerpräsidentin von Gnaden der SED zu wählen. Was sagt uns das? Das sagt uns, daß dann, wenn es zur Probe kommt, die allermeisten SPD-Abgeordneten gar kein Problem damit haben, mit der SED zusammenzugehen, wenn sie dafür nur an die Fleischtöpfe kommen.

Darum, Wechselwähler, bedenke, was Du riskierst. Für ein Deutschland in Freiheit und Wohlstand für alle gibt es nur eine Wahl: die Union.

André Freud

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2 Kommentare

  1. Richard Nothdurft sagt:

    Buhu, ewig spukt das Schreckgespenst!

    Eine echte Erfolgsgeschichte: Der stets allgemein gehaltene Antikommunismus (es ginge auch anders?!), er schafft es doch noch immer, mal mehr, mal weniger, von einer inhaltlichen Auseinandersetzung abzusehen.
    Am Ende fordern die Ghostbusters auch noch Lohnuntergrenzen, und Honecker hat gewonnen.

  2. Sehr glaubwürdiges Pseudonym, in der Tat…
    Zum Inhalt: Auch wenn Sie die Spur verwischen wollen: niemandhat etwas gegen Mindestlöhne. Allerdings haben wir sehr wohl etwas gegen staatliche Mindestlöhne. Wir sind hingegen für tarifliche Mindestlöhne. Dort, wo (faktisch) keine Tarifparteien vorhanden sind, kann es Aufgabe des Staates sein, für das Entstehen von Tarifparteien zu sorgen oder Unterstützung dazu zu leisten. Es ist aber gewiß nicht die Aufgabe des Staates, den Preis für Arbeit festzulegen. Dann kann er gleich alle Preise festlegen. Wohin das führt, sehen wir am Bankrott beinahe aller Staaten, in denen das der Fall ist. Und jetzt bitte nicht wieder mit dem US-Mindestlohn ankommen. Im komplett anders strukturierten US-Arbeitsmarkt sind andere Instrumente vorhanden als in unserem, die man nicht scheibchenweise übertragen kann.

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