Jetzt gilt’s!

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Die CSU ist eine Volkspartei. Das heißt, sie spricht alle Bevölkerungsgruppen an, jung und alt, Mann und Frau, gesund und nicht gesund, stark und schwach, reich und arm, Stadt und Land – alle finden bei der CSU ein Programm, das sie berücksichtigt. Auch ist in einer Volkspartei niemals eine Ideologie stramm vorgegeben – inhaltlich ist ebenfalls eine gewisse Bandbreite vorhanden. Sonst wären wir keine Volkspartei.

Das heißt zwangsläufig auch, daß es immer innerparteiliche Diskussionen gibt. So setzen die christlich-sozialen Arbeitnehmer vom CSA andere Akzente als die Mittelständler von der Mittelstands-Union. Die Mitarbeiter im Arbeitskreis Energiewende setzen teilweise andere Akzente als die Mitarbeiter im Arbeitskreis Umwelt. Das ist nicht nur hinnehmbar, das ist eine der großen Stärken der CSU. Der politische Vorgang ist nämlich zunächst immer der des Ringens um die beste Lösung. Welches aber die beste Lösung ist, das ergibt sich nicht aus einer flotten Entscheidung des Parteivorstands, sondern aus langen, oft unvermeidbar jahrelangen Diskussionen der in einem Politikbereich tätigen Mitglieder.

Entscheidend ist, daß der Kompaß stimmt. Die Grundwerte stehen im Parteiprogramm. Die aktuellen Aufgaben und die von der CSU gewünschten Lösungen stehen im BayernPlan. Da kann sich jeder informieren und prüfen, ob die CSU für ihn in Frage kommt. Der Verfasser dieser Zeilen freut sich des Öfteren, daß er in sämtlichen zentralen Punkten mit dem Grundsatzprogramm der CSU übereinstimmt. Das heißt aber noch lange nicht, daß ich mit jeder einzelnen Antwort auf konkrete Detailfragen wunschlos glücklich bin. Ich weiß aber, daß niemals eine demokratische Partei einem einzelnen Individuum vollständig entsprechen kann. In den Zeiten zwischen den Wahlen bemühe ich mich nach den mir gegebenen Möglichkeiten, innerparteilich für das von mir für richtig Gehaltene zu werben. Manchmal habe ich damit einen gewissen Erfolg, manchmal nicht. Damit muß jeder leben, und damit muß man leben können. Nennt sich Demokratie.

Nun aber ist Wahlkampf. Im Wahlkampf frage ich denjenigen, mit dem ich am Wahlkampfstand stehe, nicht, ob er meine persönlichen Detailausführungen zur Energiewende unterstützt oder nicht. Da frage ich nur: „Setzt Du Dich mit mir dafür ein, daß unsere CSU bei der Landtags- und der Bundestagswahl möglichst erfolgreich abschneidet?“

Im Wahlkampf trennen sich diejenigen, denen es um die Sache – eine für Bayern und Deutschland gute Politik – geht von denen, denen es nur um sich selbst geht. In Nürnberg erleben wir derzeit in einer anderen Partei, wie schwer sie sich tun, ihre Mitglieder für den Wahlkampf zu motivieren. Das hat damit zu tun, daß bei denen Kandidaten aufgestellt wurden, die nicht die Unterstützung der Basis haben. Das ist bei uns erfreulicherweise nicht so. In unserem kleinen Ortsverband kamen 20 % aller Mitglieder zum Plakatieren. Und man glaube nicht, daß wir immer alle einer Meinung sind! Bei unseren Versammlungen sind wir sehr diskussionsfreudig und keineswegs in Detailfragen immer einer Meinung. Aber wenn es ums Ganze geht – CSU oder SPD? Seehofer oder Ude? -, dann ist jeder kleine Streit unerheblich. Dann stehen wir zusammen, und so und nur so kann es sein.

Unser Ortsverbandsgebiet ist so gelegen, daß wir sowohl zum Bundestagswahlkreis Nürnberg-Nord als auch zum Wahlkreis Nürnberg-Süd gehören. Auch bezüglich der Landtagswahl sind wir in zwei Stimmbezirken gelegen: Nürnberg-Nord und Nürnberg-West. Wir setzen uns also ein für Michael Frieser und für Dagmar Wöhrl, damit sie wieder in den Bundestag einziehen. Wir setzen uns ein für Markus Söder und für Michael Brückner, damit sie wieder (Söder) beziehungsweise erstmals (Brückner) in den Landtag einziehen. Wir setzen uns ein für Richard Bartsch und Catrin Seel, damit sie wieder in den Bezirkstag einziehen.

Nun ist es die größte Selbstverständlichkeit der Welt, daß auch in unserem Ortsverband Mitglieder vorhanden sind, die den Kandidaten X lieber mögen als den Kandidaten Y. Das ist nichts anderes als völlig normal. Ein schönes Zeichen aber ist es, wenn diese Bevorzugung sich eben nicht in der Wahlkampfarbeit auswirkt. Das zeigt, daß wir über politisch gereifte Mitglieder verfügen, die zu differenzieren vermögen zwischen Kleinigkeiten hier und dem Großen und Ganzen dort.

Im Wahlkampf gilt nur eines: Geschlossenheit. Es ist schön zu sehen, daß sie bei uns an den Tag gelegt wird. Denn eines sollte man beachten: Solche Geschlossenheit läßt sich nicht anordnen. Die Menschen bringen sie entweder freiwillig mit – oder eben nicht. Daß bei uns die Geschlossenheit in solchem Maße vorhanden ist, legt Zeugnis ab davon, in welchem Zustand sich unsere CSU befindet: bereit für Verantwortung.

André Freud

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