Heuchler!

Ein Hohn auf den gesunden Menschenverstand
Ein Hohn auf den gesunden Menschenverstand

#390

Nürnbergs Grüne haben etwas Neues entdeckt, was für sie ganz arg doll wichtig ist: die Leistungsfähigkeit unserer Straßen. Wie kann das sein? Mit Autofeind Jülich, dem städtischen Oberpfostensetzer als Verkehrschef bemühen sich Rot und Grün, den Autofahrern das Leben zu verdrießen, man will Nürnberg zur langsamsten Stadt Deutschlands machen, indem man die ganze Stadt zur „Tempo 30“-Zone erklärt und vielerorts Tempo 10 anordnet – und nun auf einmal ganz andere Töne von den Grünen.

Die Grünen machen sich nämlich plötzlich Sorgen, ob die Straßen im Westen Nürnbergs aufnahmefähig genug sind, um den Verkehr während der Bauphase des Frankenschnellwegs aufzunehmen. Ja, ihre Sorge geht so weit, daß sie von einem „Aufstand“ der Nürnberger faseln, der da drohen würde.

OB-Kandidat Sebastian Brehm, Fraktionsvorsitzender der CSU im Rathaus, stellt klar, daß dies ein mieses Spiel der Grünen ist (auch wenn er höflichere Worte gebraucht). Erst stellen die Grünen im Stadtrat einen Antrag, die Fürther Straße sofort (!) einspurig zu machen – und plötzlich beklagen sie, daß es vielleicht keine erträglichen Umleitungen während der jahrelangen Bauphase am Frankenschnellweg gäbe.

Ja, für wie blöd halten die Grünen den Wähler? Für reichlich blöd, muß man annehmen.

Brehm weist darauf hin, daß im größten Teil der Bauphase der Frankenschnellweg nicht voll gesperrt wird, sondern teilweise befahrbar bleibt. Zusammen mit – längst gründlich geplanten – Umleitungsstrecken wird es natürlich einige Behinderungen geben. Aber das ist unvermeidlich, damit es danach dauerhaft eine Entlastung gibt. Man kann eben nicht bauen, ohne zu bauen.

Aber warum sorgen sich die Grünen auf einmal um die, auf denen sie sonst mit Vorliebe herum trampeln? Weil die Wahlen nahen. Weil auch die grünen Funktionäre mittlerweile kapiert haben, daß sogar einige ihrer Wähler den Widerstand gegen den Frankenschnellwegs-Ausbau für reichlich unsinnig und – vor allem – für schädlich halten, wenn man sich um Nürnbergs Zukunft sorgt.

Vor allem aber ist es ein schlagender Beweis, daß die Politik der Grünen nicht rational, sondern irrational ist. Erst wollen sie Verkehrsprobleme schaffen, um dann zu sagen, daß diese Probleme leider der Grund dafür sind, andere Probleme nicht lösen zu können.

Jeder blamiert sich eben, so gut er kann. Es wird Zeit, daß der Bürger sich solchen Schmonzes nicht länger ungestraft bieten läßt.

André Freud

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