Antisemiten auf dem Südstadtfest

#374

Anti-Jüdischer Boykott-Tag am 1. April 1933
© Bundesarchiv, Bild 102-14468/Georg Pahl/CC-BY-SA 3.0

 

Am 1. April 1933 erfolgte die erste reichsweite Aktion gegen die deutschen Juden, der Boykott der Geschäfte jüdischer Inhaber. Der „Frankenführer“, Nürnbergs NSDAP-Gauleiter Julius Streicher, organisierte diesen Auftakt zu dem, was dann kam.

Auf dem am Samstag dieser Woche beginnenden Südstadtfest ist mit der Gruppierung „Solidarität International Nürnberg“ antisemitische Propaganda angekündigt. Da hilft es nicht, daß diese Gruppe angeblich „nur“ antiisraelisch sei. Das Motto lautet: „Boykottiert israelische Apartheid“. Das ist der Gipfel der Unverschämtheit. Im israelischen Parlament sitzen Araber und Christen, der Präsident des Obersten Gerichtshof ist ein muslimischer Araber, israelische Araber haben die gleichen Rechte wie jüdische Israelis. In Gaza aber – da gibt es keine Juden mehr. In allen arabischen Staaten rund um Israel gibt es keine oder fast keine Juden mehr. Auch die Christen werden in der arabisch-muslimischen Welt verfolgt, vertrieben und auch getötet, daß es unbegreiflich ist, wie wenig das die Menschen bei uns zu kümmern scheint. Und diese Zeitgenossen schwadronieren etwas von angeblicher israelischer Apartheid.

Solche Haß-säenden Zeitgenossen gehören nicht aufs Südstadtfest. Ihnen gebührt keine Unterstützung vom städtischen Amt für Kultur und Freizeit KuF. Es kann nicht angehen, daß Politiker dieses Fest mit schönen Reden eröffnen und unten antisemitische Haßpropaganda betrieben wird!

André Freud

Hierzu Henryk M. Broder auf der „Achse des Guten“

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