Spüren, was Nürnberg bewegt? Quatsch.

#354

IMG_3520
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

„Spüren, was Nürnberg bewegt“ – so lautet der pfundige Slogan der SPD für den Kommunalwahlkampf. Der ist ungefähr so knackig wie ein Beipackzettel. Vor allem aber zeigt er, wohin die SPD will: in eine weinerliche Innerlichkeit, in selbstzufriedene Nabelschau und in tatenloses Zuschauen.

„Machen, was Nürnberg gut tut“ – das wäre das richtige Motto für eine Partei, die etwas voranbringen will. Nur um zu „spüren“, braucht niemand Oberbürgermeister zu sein. Wir „spüren“ schließlich alle etwas.

Nachgerade eine Frechheit ist die Verwendung des Wortes „bewegen“ durch die Sozialdemokraten. Wenn eine Partei in Deutschland dafür steht, nichts „bewegen“ zu wollen, dann die SPD. Das fängt mit dem Hinauszögern des Frankenschnellwegs an, das geht weiter über die bemerkenswerte Einfallslosigkeit beim Flughafen, und das findet seine Krönung im Plan, die Fürther Straße einspurig zu machen. „Bewegen“? Ja, geht’s noch?

Dieser Wahlkampfslogan ist auf erschütternde Weise ehrlich. Er drückt aus, daß die Sozialdemokraten nichts machen wollen. Sie sitzen da und „spüren“. Wobei es natürlich reiner Zufall ist, daß sie grundsätzlich bei einigen Gruppen der Bevölkerung mehr „spüren“ als bei anderen.

Liebe Genossen, Ihr macht derzeit so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Eure Nürnberger Stadtratstruppe ist zerstritten und demotiviert, die Rangeleien der Möchtegernlistenkandidaten sind Stadtgespräch. Zwar steht in Eurer Haus- und Hof-Postille von „Papa Marx“ darüber nichts drin, aber das kann erstens niemanden wundern und zweitens nicht verhindern, daß die Menschen darüber sprechen.

Und so wird denn der Wahlkampf der SPD – in Land, Bund und Stadt – die Ergebnisse bringen, die ihm zustehen. Die CSU vermehrt ihre Aussichten, wieder zur stärksten Partei im Stadtrat zu werden. Die CSU wird auch wieder alle vier Landtagsmandate und die beiden Bundestagsmandate direkt gewinnen, wie gehabt. Und auch die Wiederwahl von Uli Maly zum OB ist keineswegs so in trockenen Tüchern, wie die SPD und die NN uns glauben machen wollen: Sebastian Brehm hat realistische Chancen.

„Spüren, was Nürnberg bewegt“, sagt die SPD. Nun, extra-sensible Zeitgenossen sind nicht wirklich das, was wir im Rathaus brauchen. Wir brauchen Menschen, die gestalten statt verwalten, die handeln anstatt nur zu „spüren“.

André Freud

 

Advertisements