Der Unterschied zwischen denen und uns

#344

GoHo Kirchweih 2013

Gestern ging die Kirchweih in Gostenhof zu Ende. Seit 110 Jahren steht die evangelische Dreieinigkeitskirche an der Fürther Straße. Seit drei Jahren organisiert Pfarrer Peter Bielmeier die jährliche und vom Einschlafen bedrohte Kirchweih als Rock-Kirchweih, und seitdem ist da richtig viel los (außer, wenn es bei 7 °C in Strömen regnet). Am gestrigen Dienstag war bei herrlichem Sonnenschein und um die 20 °C bis in den späten Abend hinein kaum ein Platz zu kriegen.

Es ist normal und richtig, daß bei Kirchweihen die Parteien Präsenz zeigen. Da wird kein Wahlkampf gemacht, aber man zeigt, daß man im Stadtteil präsent ist. Das machen alle so, und das ist auch ganz richtig. Aber ein paar Sachen fallen doch auf.

Wir Schwarzen waren an jedem Tag präsent – die anderen nur beim Anstich. Unsere Mandatsträger waren für jedermann ansprechbar und suchten das Gespräch. Ich habe die Roten nicht dauernd beobachtet, sie saßen in meinem Rücken an ihrem einzelnen Tisch, und sie saßen auch nicht besonders lange, aber mir schien, sie blieben mehr unter sich. Auffällig auch, daß zwar zwei SPD-Stadträte vor Ort waren (von drei), die nicht mehr zur Wahl angetreten werden, aber daß diejenigen, die – der Gerüchteküche nach – zur Wahl antreten werden, durch Abwesenheit glänzten. So sind sie halt: sie sind nicht da, sie sind nicht vor Ort, aber verlassen sich darauf, daß der Bürger gefälligst sein Kreuz bei der SPD machen wird. Wo war der Landtagskandidat der SPD? Er war nicht da. Wo war die Bundestagskandidatin der SPD? Sie war nicht da.

Unsere Parole „Näher am Menschen“ ist kein leeres Gedöns – sie entspricht der Wirklichkeit. Davon konnte sich jeder überzeugen. Übrigens: Das alles nehmen die Bürger (wie der fesch Tätowierte auf dem Bild oben) durchaus wahr. Ich habe selbst in einigen Gesprächen mit Bürgern, die noch nie CSU wählten, zu hören bekommen: „Naja, daß Ihr da seid, des mou ma scho anerkennen. Vou dei andern sixt ja wedder nix.“

Es sind manchmal die scheinbar kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

André Freud

(Bild & Text)

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