Trau, schau, wem

#339

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bayerischen Landtag heißt Harald Güller. Nun – korrekt müßte es eher heißen, daß er noch Harald Güller heißt.

Güller hat sich darauf spezialisiert, dem bayerischen Finanzminister mal dieses und mal jenes vorzuwerfen. Dabei zeigt er einen moralischen Anspruch, der keine Gnade kennt, und behauptet schon auch mal Unzutreffendes. Hauptsache, man steht in der Zeitung.

Nun steht Harald Göller wieder in der Zeitung. Allerdings steht nicht zu vermuten, daß er die heute erschienenen Artikel stolz in seinen Leitz-Ordner einheftet.

Es kam nämlich folgendes heraus: Güller hat als MdL im Jahr 2009 seinen Stiefsohn angestellt und vom Freistaat bezahlen lassen. Zur Erinnerung: Das war bis 2000 legal Seitdem ist es verboten, Verwandte zu beschäftigen. Lediglich für bestehende Anstellungsverhältnisse dieser Art gab es eine Übergangserlaubnis. Darauf aber kann Güller sich nicht berufen: Als er seinen Stiefsohn anstellte, war dies bereits verboten.

Güller, von Hause aus Jurist, entblödet sich nun nicht zu behaupten, es sei ihm unbekannt gewesen, daß sein Stiefsohn juristisch mit ihm verwandt sei.

Es ist wichtig zu erkennen, worin der Unterschied liegt. Was andere Abgeordnete von CSU, SPD, Grünen und Freien Wählern in dieser Hinsicht taten, war legal und legitim, wenngleich es auch von vielen als ungute Verhaltensweise angesehen wird. Was Güller tat, ist etwas grundsätzlich anderes: es war illegal.

Auf den nächsten Redebeitrag des MdL Güller im Bayerischen Landtag darf man gespannt sein. Wenn es noch einen gibt.

André Freud

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