Das ist nicht akzeptabel

#328

Arif Tasdelen

Am 16. April fand in Nürnberg eine Kundgebung der „Türkischen Initiative gegen Rassismus“ statt. Es wurden dort Forderungen erhoben, die sich insbesondere auf die Haßverbrechen der NSU bezogen sowie auf die Fehler, die allem Anschein nach bei den Ermittlungen geschehen sind.

Eine solche Kundgebung scheint auf den ersten Blick eine Angelegenheit zu sein, die man unterstützen kann – gegen die man aber jedenfalls nichts einwenden sollte. Bis man, ja: bis man zur Kenntnis nimmt, wer da mit von der Partie war, nämlich Millî Görüş. Bei Millî Görüş handelt es sich um eine Organisation mit islamistischen Tendenzen. Millî Görüş steht in deutlicher Gegnerschaft zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Millî Görüş vertritt antisemitische Tendenzen. Gegen diese Aussagen haben Anhänger von Millî Görüş geklagt – und verloren. Das Bundesamt für Verfassungsschutz kommt zum Ergebnis: Millî Görüş zeigt ein antidemokratisches Staatsverständnis und lehnt die westlichen Demokratien ab.

Millî Görüş ist kein Partner, mit dem man eine Kundgebung macht, und sei das Ziel der Kundgebung noch so hehr. Es ist daher die Frage zu stellen, warum SPD-Landtagskandidat Arif Tasdelen und andere an dieser Kundgebung teilnahmen. Es war im Vorfeld bekannt, daß neben grundgesetztreuen Vereinigungen auch Millî Görüş an der Kundgebung beteiligt war.

Wie kann das sein? Wieso demonstrieren diese Menschen gemeinsam mit Millî Görüş? Das ist nicht akzeptabel, und das muß geklärt werden.

André Freud

Zu Millî Görüş siehe auch: Wikipedia

Advertisements