Aus der Tagesmappe

von André Freud:

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Heute geht es einmal quer durch den Garten.

Frankenschnellweg

Die Gegner machen mobil – könnte der Wortwitz lauten. Natürlich sind sie immobil, und das nicht nur auf den Verkehr bezogen. Sie wollen, sagen sie, den Stöpsel nicht ziehen. Damit entlarven sie sich selbst: sie wollen also Stau produzieren. Den Menschen soll das Autofahren verleidet, verunmöglicht werden. Schaut sie Euch an, Eure Helden der angeblich besseren Moral! Und dann organisieren sie weitere Menschen, die in Fürth und Erlangen gegen den Wegbau zweier Kreuzungen in Nürnberg (!) mosern, und behaupten: „Schon diese weitere Erörterung zeigt uns, daß wir mit unserer Kritik richtig liegen“. Aha. Erst also bestellt man ein Pfeifkonzert, und dann beruft man sich auf darauf und schlußfolgert, daß das der Beweis dafür sei, im Recht zu sein. Geht’s bittschön noch simpler?

Gsell darf vor einseitigem Film warnen

Bürgermeister Klemens Gsell, unter anderem für die Schulen zuständig, sprach eine Empfehlung gegen einen einseitigen und parteiischen Film aus, der von sogenannten „Israel-Kritikern“ gemacht und nun zur Infiltration von Schülern genutzt werden soll. Dagegen hatten die Macher dieses Machwerks tatsächlich die Chuzpe, vorm Verwaltungsgericht zu klagen.

Sie sind rundum gescheitert. Gsell hat seine Pflichten korrekt ausgeübt. Es sei seine Aufgabe, Empfehlungen auszusprechen und sich dabei auf Einschätzungen Dritter zu berufen. Auch die Behauptung, der Film sei einseitig, war zulässig.

Was wollen diese Leute eigentlich? Daß ihr Machwerk auch noch mit einem Stempel „geprüft und für edel befunden“ versehen wird?

Danke, @Klemens Gsell.

Altstadtfreunde brauchen Unterstützung

Die Altstadtfreunde, denen Nürnberg schon vieles zu verdanken hat, bewältigen derzeit die Renovierung des Pellerhofs. Das kostet Geld fast ohne Ende – Geld, das die Altstadtfreunde selbst aufbringen. Wer die Arbeit der Altstadtfreunde unterstützen will, sollte Mitglied werden: http://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/

Der Verfasser dieser Zeilen ist selbst Mitglied der Altstadtfreunde – allerdings deswegen keineswegs völlig kritiklos. Was aber gewiß zu unterstützen ist – und wer sollte das tun, wenn nicht die Altstadtfreunde? -, das ist der Erhalt historischer Gebäude.

GBW: Falsche Sorgen

Die GBW-Wohnungen sind verkauft – wie es eben sein mußte. Und es wurde gut und richtig gemacht. Die heutigen Mieter der GBW können ruhig schlafen: die Sozialcharta ist stramm, da hat keiner etwas zu befürchten. Niemand wird durch Mieterhöhungen aus seiner angestammten Wohnung vertrieben, oder durch hochwertige Sanierungsmaßnahmen.

Freilich: Wenn durch Auszug Wohnungen frei werden, dann wird über kurz oder lang renoviert, saniert, aufgewertet werden. Der besondere Schutz kommt den heutigen Mietern zugute – nicht jedem künftigen Mieter. Und das bedeutet, daß mit den Jahren, mit den Jahrzehnten der Bestand an günstigem Wohnraum geringer werden wird.

Genau an dieser Stelle ist die Stadt Nürnberg gefordert: sie muß Sorge tragen, daß jemand – ein Unternehmen oder sie selbst – neuen, günstigen Wohnraum schafft. Freilich ist hier zu einem Gutteil die Bundespolitik gefordert, etwa in Bezug auf investitionsfreundliche Regelungen zur Abschreibung. Es ist aber auch die Lokalpolitik gefordert. Mit vollem Recht hat CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm dieses Thema als eines der zentralen Themen der Zukunft definiert.

Zwar ist hier keine Hektik geboten. Es steht hinreichend Zeit zur Verfügung, denn bis sich das alles auswirkt, wird noch viel Pegnitzwasser die Regnitz hinabfließen. Jedoch darf man das deswegen nicht auf den St.-Nimmerleins-Tag verschieben. Die Kommualpolitik muß sich bereits jetzt um die Entwicklung guten Wohnraums kümmern – sowohl solchen Wohnraums, der für die freie Immobilienwirtschaft, als auch für solchen, der einmal über die wbg oder eine andere kommunale Gesellschaft benötigt werden wird.

Alle wissen, daß derlei viel Zeit erfordert. Und deswegen müssen bald die erforderlichen Schritte eingeleitet werden. Von der SPD, die mit Ude über die Wohnungssituation in den bayerischen Großstädten klagt, aber unter dem OB Ude in München nicht einmal den Schimmer eines sinnvollen politischen Handelns an den Tag legte, braucht man das nicht zu erwarten. Die CSU war immer auch die Partei der kleinen Leute – bei ihr ist diese Aufgabe gut aufgehoben.

Bild: Freud (Katz’s Delicatessen, NYC)

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