Auslaufmodell Maly

von André Freud:

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Die SPD setzt auf die Beliebtheit des OB Maly bei der Kommunalwahl 2014. Das kann eine Rechnung ohne den Wirt werden – also ohne den Wähler.

Wahr ist, daß Ulrich Maly als Mensch auf die meisten sympathisch wirkt. Nun ist das allerdings ein Kriterium, das eher bei der Wahl eines Faschingsprinzen von Relevanz ist als bei der Wahl eines Oberbürgermeisters. Sobald man nämlich den Politiker Maly betrachtet, wird die Bilanz mau. Genau das wird CSU-Kandidat Sebastian Brehm wieder und wieder tun: die Leistung des OB zum Kriterium machen. Was ist mit der Nordspange? Was ist mit der Wohnungssituation? Was ist mit der von der SPD gewollten Einspurigkeit der Fürther Straße und mit Tempo 30 in ganz Nürnberg? Was ist mit der ganzen wirtschafts- und menschenfeindlichen Verkehrspolitik, auch am Hafen? Da hat er nichts vorzuweisen, der OB Maly. Für seine Politik dürften ihn nur die wenigsten wählen.

Mehr als einmal waberte das Gerücht durch Nürnberg, die SPD wolle Maly als Minister nach Berlin holen (als sie dort noch Minister zu stellen hatte). Bemerkenswerterweise gab es diese Gerüchte immer nur in Nürnberg, nie in Berlin. Stammten sie womöglich von ihm selbst, bewarb er sich selbst darum? Es gibt einen Aspekt am Politiker Maly, der das als nicht unwahrscheinlich erscheinen läßt: Maly schwebt gerne über den Dingen. Nun wird er Präsident des deutschen Städtetags. Aha. Der Mann muß Zeit haben!

Wenn in Nürnberg alle aktuellen Fragen bestens geregelt wären, wenn in Nürnberg keine dringenden Entscheidungen anstünden, dann wäre das mit der Präsidentschaft vielleicht etwas anderes. Aber jeder weiß: in der Lokalpolitik steht es nicht zum Besten.

All das läuft auf eines hinaus: Maly ist ein Verwalter, kein Gestalter. Mit Sebastian Brehm wird es in der Lokalpolitik endlich wieder vorangehen. Die ewigen Denkpausen des OB Maly werden der Vergangenheit angehören. Da mag der OB noch so oft huldvoll lächeln und staatstragend salbadern – Sebastian Brehm wird ihm diese Show nicht durchgehen lassen. Immer wieder werden wir dort, wo Maly nur lächelt, über die Sache reden. Wenn Maly hoheitsvoll den Oberbürgermeister gibt, werden wir auf die endlose Liste der unerledigten Aufgaben hinweisen.

In nunmehr elf Jahren Maly ist Nürnberg immer nur dann vorangekommen, wenn die bayerische Staatsregierung gehandelt hat: besondere Zuschüsse gegeben – etwa mit 395 Millionen Euro für dem Frankenschnellweg den höchsten Zuschuß, den Nürnberg jemals bekam. Oder wenn der Freistaat den Haushalt der Stadt Nürnberg ausgeglichen hat. Oder wenn die Burg saniert wird. Oder wenn der Wöhrder See aufgewertet wird. Oder wenn die Uni in die Quelle ziehen wird. Wer hat’s gemacht? Die CSU hat’s gemacht. Und der OB sitzt da und verzögert, wo er nur kann. So wird er es auch bei der neuen U-Bahn halten, die von der CSU vorangebracht wird. Und Maly? Mauert, verzögert, mag nicht nachdenken. Er sitzt lieber da, lächelt und verwaltet.

Nein, Maly ist kein Mann der Zukunft. Maly ist Vergangenheit.

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Ein Kommentar

  1. Beate Besten sagt:

    Sehr sachliche und fundierte Situationsschilderung. Ich wünsche Nürnberg eine bessere Zukunft und dem OB-Kandidaten einen erfolgreichen Wahlkampf, der die Bürger aufklärt und ins Nachdenken bringt. Hoffentlich hat er auch ein begabtes Wahlkampf-Team, das ein Programm über sämtliche Kommunationsschienen bedient.

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