Irrsinn des Jahres

von André Freud:

2004.06.10. Pissort 04

Nanu, mag der geneigte Leser denken, ist das nicht etwas früh, bereits nach zwei Monaten den Versuch zu wagen, die durchgeknallteste politische Idee des gesamten Jahres auszurufen?

Nein, das ist es nicht. Manche Ideen sind dermaßen bescheuert, daß man nicht befürchten muß, daß derlei in absehbarer Zeit übertroffen werden kann.

Worum geht’s? „Gerade an Schulen sind Unisextoiletten wichtig“, heißt es. „Für die Betroffenen, die nicht in das binäre Geschlechtersystem passen, ist das sehr relevant. Jedes Mal, wenn sie in ein Gebäude gehen, wird ihnen suggeriert, dass sie eigentlich gar nicht existieren dürfen“, wird gesagt. Aha. Und was soll gemacht werden? „Die öffentlichen Gebäude des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg sollen Unisextoiletten erhalten. Überall dort, wo es möglich ist, soll es zusätzlich zu den getrennten Toiletten für Männer und Frauen auch eine entsprechende Räumlichkeit für alle Menschen geben – auch für die, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen. Das beschloss das Bezirksparlament am Mittwochabend auf Antrag der Piraten und unterstützt von Grünen, SPD und Linken.“

Es kann den Beobachter der politischen Szene unseres Landes nicht wirklich überraschen, daß der Ursprung dieser selten dämlichen Idee in der Pseudo-Politk-Sekte der „Piraten“ liegt. Daß sie von Grünen, SPD und der SEDPDSLinkspartei unterstützt werden, treibt das Entsetzen auf die Spitze.

Schön, daß Berlin den Großteil der jährlichen Zahlung Bayerns von 4 Milliarden Euro in den Länderfinanzausgleich erhält, um Unisex-Toiletten zu schaffen.

Es ist nicht zu fassen.

 

Zitate aus: https://www.taz.de/Idee-der-Piraten/!111922/

Bild: Freud (Abgerissenes Notdurfthäuschen an der Grünanlage Deutschherrnstraße / Brückenstraße)

 

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