334 Stimmen

von André Freud:

334

334 Stimmen, war heute zu lesen, reichten Rot-Grün in Niedersachsen zum Sieg. 334 von gut 3,5 Millionen. Dann hätte Rot-Grün ein Mandat weniger, und es wäre ein Patt gewesen, mit einer mutmaßlich großen Koalition unter Führung von MacAllister.

334 – das ist Zufall. Schneefall in einem ländlichen Wahlbezirk, und schon haben einige keine Lust mehr, sich auf den Weg zu machen.  Es brauchen nur 334 Bürger zu glauben, daß die Ernte doch schon sicher sei – und dann ist sie verloren.

334 – eine Zahl, die wir uns in Bayern merken müssen. Und zwar dann, wenn wir Umfragen sehen, die unsere CSU bei 47 % plus X zeigen. Das kann fatal sein. Wir müssen alle unseren Wählern, von heute an, immer wieder und wieder sagen: Wer vor dem Tag der Landtagswahl einen Moment lang glaubt, der Sieg sei sicher – der wird verlieren. Wir haben im wesentlichen nur einen Gegner: Selbstzufriedenheit, Siegesgewißheit, Überheblichkeit. Auch wenn wir keinen Grund sehen, warum man nicht CSU wählen sollte, so dürfen wir niemals den Fehler begehen zu unterstellen, daß andere Bürger das ebenso sehen. Unsere Mitbewerber sind politisch irgendwo zwischen schwach und schlecht einzuordnen. Aber das sehen wir so – die anderen nicht. Wer in Bayern Politik macht und dies nicht unter dem Dach der CSU, der sieht sich in der Rolle des David und uns in der des Goliath. Das ist zwar ein falsches Bild, aber deswegen doch in vielen Köpfen vorhanden. Wir müssen uns dem stellen. Die Demokratie beruht auf Wahlen, nicht auf Umfragen. Ernsthaftigkeit, solides Arbeiten, und nicht nachlassen – das sind die Grundlagen für den Erfolg im September.

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6 Kommentare

  1. Da haben Sie den Artikel der Süddeutschen falsch verstanden, Herr Freud. Bei der Zahl 334 geht es um die Erststimmen in einem bestimmten Wahlkreis in Niedersachsen (Hildesheim), den die SPD mit dem geringsten Vorsprung gewonnen hat. 334 Stimmen mehr hätten der CDU ein weiteres Direktmandat und damit insgesamt 55 Sitze im Landtag gebracht. „Aufgrund der Zweitstimmenverteilung hätten den Christdemokraten aber nur 53 Sitze zugestanden – die Folge wären zwei Ausgleichsmandate gewesen, eines für die SPD, das zweite für die FDP… Schwarz-Gelb hätte dann mit 70 Sitzen die Mehrheit gehabt.“ Bei den Zweitstimmen geht es um die Zahl 1399. „Wären weitere 1399 Zweitstimmen von der SPD zur FDP gegangen, hätten die Sozialdemokraten ihr eines Ausgleichsmandat nicht bekommen – es wäre an die FDP gegangen, sagt Wilko Zicht von Wahlrecht.de. Auch dann hätten die Liberalen zusammen mit der CDU eine Mehrheit gehabt.“

  2. Die Differenz von 1399 ist klein genug, wenn man bedenkt, dass damit über die Politik der nächsten 5 Jahre für 8 Millionen Bürger entschieden wird.

  3. Dr. Gerhard Schönberger sagt:

    6,5 % weniger für die CDU. Das ist schon eine Klatsche! So wird es wohl bald nur noch in Bayern Studiengebühren geben. SPD und die Grünen werden sie wie in Baden-Würtemberg sicher abschaffen. So wird Bayern allein ein Land der Seligen mit Studiengebühren bleiben. Doch Vorsicht! Umfrageergebnisse hin und her – was sie wert sind – hat gerade die Niedersachsen-Wahl gezeigt. Die Studiengebühren in Bayern – ein Geschenk aus Stoibers Zeit – könnten auch für die CSU sehr unangenehm werden. Herrn Seehofer dämmert das schon seit einiger Zeit, aber diese Abenddämmerung, fürchte ich, kommt für den Ministerpräsidenten zu spät und die Morgendämmerung nach der Landtagswahl wird auch für die die CSU eine Grausame sein.
    Dein Korrespondent aus München: Dr. Gerhard Schönberger

  4. Ach, lieber Gerhard, die Studiengebühren sind ein schwieriges Thema. Wenn die Unis sie so eingesetzt hätten, wie sie sie hätten einsetzen sollen – dann wäre es leichter, für ihre Beibehaltung zu sein.
    Du weißt sicher, daß die CSU auch in Richtung ihrer Abschaffung tendiert. Trotz der Studiengebühren hat Bayern die meisten Studenten, den stärksten Zuwachs an Studenten – und, notabene, auch den größten Zuzug von Studenten aus studiengebührenfreien Bundesländern. So einfach ist die Lage also nicht.
    Was macht eigentlich Dein Studium?
    Übrigens: die CSU ist nicht die CDU. Ich möchte Dir ja nicht wehtun, aber die Freien Wähler haben in Niedersachsen nicht eben reüssiert. Du weißt doch selbst sehr gut, daß die CSU die Dinge besser regelt als alle anderen. Daß wir eine Opposition brauchen, um nicht selbstzufrieden zu werden – das ist sicher richtig. Aber einen Regierungswechsel kann man in Bayern doch nicht wirklich wollen.
    Danke für Deinen Kommentar… Schöne Zeit!

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