Schlimmer geht’s nimmer? Denkste. Denn dann kommt Ude!

von André Freud:

Ude

Christian Ude hat sich über den Kandidaten der Bundes-SPD, Peer Steinbrück geäußert. Ob Steinrück besser den Mund halten solle, wurde er gefragt. Udes Antwort: „Ich glaube, daß er dieses Ratschlages nicht mehr bedarf, weil er ihn öfter hört“.

Halten wir kurz inne und folgendes fest: Ude ist also der Meinung, daß der Kanzlerkandidat der SPD besser den Mund halten möge. Was ist das für ein Kanzlerkandidat, der im Wahlkampf nicht reden soll – und was erwartet uns, wenn – was der Wähler verhüten wird – der stumme Steinbrück doch Kanzler werden sollte? Kriegen wir dann sein Gedöns doppelt und dreifach ab? Und: Ist es nicht für die Bundesrepublik Deutschland viel gefährlicher, einen solchen Mann als Kanzler zu kriegen denn als Kanzlerkandidaten, der ja eh nicht gewählt wird? Fragen über Fragen.

Vor allem aber: Wie kommt eigentlich der Ude dazu, sich über den Steinbrück zu echauffieren? Die 28 % des Peer Steinbrück sind für den 19 %-Ude doch eine unerreichbare Traummarke!

Meine Sympathien für den Herrn Steinbrück halten sich in gewissen Grenzen. Aber wenn die beiden das nächste Mal zusammentreffen und der Peer den Christian ordentlich zusammenfaltet, dann wäre ich schon gerne Mäuschen.

Dieser Christian Ude mutiert zu einer besonderen Peinlichkeit.

Da kann man mal wieder froh und zufrieden sein, nicht den Beruf des Politikers auszuüben. Die sollen es nämlich weitgehend vermeiden, auf den politischen Gegner verbal loszugehen – der Wähler mag das nicht besonders, heißt es. Sie sollen besser die eigenen Leistungen, die eigenen Ideen herausstellen. Das ist ja auch wichtig, wer wollte das bestreiten. Aber irgend jemand muß doch laut und deutlich sagen, mit welchen „Kandidaten“ wir es hier zu tun haben. Und wenn man kein Berufspolitiker ist, dann steht man auch nicht unter diesem andauernden Wohlverhaltensdruck – was zuweilen sehr erfrischend ist.

Bild: Michael Lucan / Lizenz: CC BY-3.0, aus: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2011-07-02_UdeInterview-1500.jpg

Advertisements