Vorbildlich

von André Freud:

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Jeder weiß, daß diese Woche für Markus Söder keine einfache war. Heute Abend war er zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Zwar kam er etwas später, weil er in München noch aufgehalten wurde – heute hielt er seine Rede zur Finanzpolitik im Landtag und er bekam – wohl auch, aber womöglich nicht nur dafür – enormen Beifall; einige Abgeordnete applaudierten ihm sogar stehend. Wichtig aber ist: er kam. Obwohl danach noch eine Telefonkonferenz auf ihn wartete, und es ihm niemand verübelt hätte, wenn er abgesagt hätte – nein, das tat er nicht. Das sind kleine Gesten, die in der CSU sehr viel bedeuten. Kaum ein Urteil über einen, der in der Politik etwas geworden ist, ist in der CSU so vernichtend wie „der kennt seine Leut‘ von früher auch nicht mehr“. Markus Söder ist vorbildlich darin, engen Kontakt zu seiner Basis zu halten. Die Wertschätzung für die Arbeit und Loyalität der Basis ist an seinem Verhalten zu erkennen, nicht nur an seinen Worten. Derlei ist von großer Wichtigkeit. Loyalität aber ist keine Einbahnstraße, und Markus Söder weiß das.

Die meisten Menschen, die ich persönlich kenne – mich selbst eingeschlossen – wären kaum in der Lage gewesen, auf die Vorfälle dieser Woche äußerlich so gelassen zu reagieren. Gewiß, Markus Söder erhält in diesen Tagen sehr viel Zuspruch (und das ist auch sehr gut und richtig so). Selbst der politische Mitbewerber bekundet Solidarität. Aber wie schwer muß es fallen, zu all dem zu schweigen? Markus Söder macht seine Arbeit, zeigt Haltung und Pflichtbewußtsein. Er läßt sich zu nichts hinreißen und zeigt allen, was Souveränität ist. Das ist vorbildlich, und dafür gebührt ihm Respekt.

Bild: Freud (vom 13.12.2012)

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