Zur Sache. Zur Person

von André Freud:

Maly mit Liebel-Bio b

Der Ober kommt in diesem Blog oft nicht sehr gut weg – weil hier viel Kritik an seiner Amtsführung geübt wird, und dies durchaus auch einigermaßen pointiert. In der Sache wird das auch gewiß so weitergehen, wenn sich seine Politik nicht ändert. Man kann politisch verschiedener Ansicht sein, und das ist dann auch zum Ausdruck zu bringen. Anders freilich verhält es sich, wenn es um die Person Uli Maly geht. Es scheint an der Zeit, einmal etwas Grundsätzliches zum Ausdruck zu bringen.

Kritik an der Politik des Oberbürgermeisters ist keineswegs eine personenbezogene Kritik am Menschen. Zunächst mal ist festzustellen, daß Maly ein ehrenwerter Mann ist, der sich nach seinem Verständnis fürs Wohl der Stadt einsetzt. Er ist ein guter Redner, wer wollte das bestreiten. Und er ist durchaus in der Lage, als OB etwas über den Dingen zu stehen – was sachlich zuweilen kritikwürdig ist, aber dem Menschen Maly gut ansteht.

Anläßlich der Vorstellung der Biographie über Nürnbergs Oberbürgermeister in der Zeit des Nationalsozialismus, die vom Historiker Matthias Klaus Braun vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, zeigte Maly einmal mehr, daß er eine wichtige Aufgabe des OB gut erfüllt: über Parteigrenzen hinweg die richtigen Worte zu finden. Es kann gar nicht schaden, wenn sich die Vertreter der demokratischen Parteien gelegentlich vor Augen halten, daß sie untereinander durch mehr Gemeinsamkeiten verbunden sind als durch Meinungsverschiedenheiten getrennt. Dieser Aspekt, dieses „den Laden zusammenhalten“, ist Maly wichtig, und das ist auch zu loben.

Jedermann weiß auch, daß es einfacher ist, Kritik zu üben als es selbst besser zu machen. Das darf zwar nicht dazu führen, daß nur derjenige kritisieren dürfte, der es selbst besser könnte – denn dann dürfte niemand mehr, der selbst nicht kochen kann, einen versalzenen Schweinebraten kritisieren -, aber zu einer differenzierenden Betrachtungsweise gehört dazu, sich nich selbst für omnipotent und den anderen für völlig unfähig zu halten. Radikale Urteile sind meistens vor allem eines: falsch.

Und deswegen soll auch in diesem Blog immer wieder darauf hingewiesen, daß die vorzubringende Kritik an der Politik des Oberbürgermeisters immer nur Kritik an der Sache ist. Beim pointierten Stil, der hier gepflegt wird, gibt’s freilich auch mal die eine oder andere Spitze. Es soll ja auch beim Schreiben wie beim Lesen ein wenig unterhaltsam sein.

Und deswegen wird, nach all den vielen netten Aussagen in Richtung OB natürlich bei nächster Gelegenheit in der Sache wieder aufgespießt, was aufzuspießen ist. Bei allem Respekt.

Bild: Freud (OB Maly bei der Vorstellung des im Artikel genannten Buchs)

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