Facetten des Tages

von André Freud:

Nürnberger Nachrichten

NN S. 4: „Verzweifelte Profilsuche – Zu ihrem Parteitag ist die CDU uneinig wie selten zuvor“. Aha. Über die SPD, die den designierten Kandidaten Peer Steinbrück in mancher Hinsicht kaum noch erträgt und der von den linken Gruppen offen kritisiert wird, liest man derlei natürlich in den NN nicht. Wenn aber in der CDU eine lebendige Diskussion stattfindet, dann ist sie „uneinig“. Was wäre, wenn sie einig wäre? Dann würde sie als „Kanzlerinnenwahlverein“ verunglimpft werden. So sieht sie aus, die „seriöse“ und „überparteiliche“ Textfülle, die nun beim besten Willen nicht mehr „Berichterstattung“ zu nennen ist.

NN S.7: „Albrecht Dürer lockt auch 2013“ über eine Dürer-Ausstellung kommendes Jahr in Frankfurt; es wird das Wort „Blockbuster“ gebraucht. Aha. Ist gewiß richtig. Nur: warum bejubelt die NN zwar Dürer in Frankfurt, aber nicht im Nürnberger Rathaussaal?

NN S. 9: „Weiter die Zähne zusammenbeißen“: Nun wurde eine Entscheidung getroffen, die nach dem Aus des Kaufhof am Aufseßplatz besser für die Südstadt ist, als man realistischerweise erhoffen konnte. Und was tut der gemeine Nürnberger? Er mault rum, was das Zeug hält – jedenfalls laut NN. Es geht nicht schnell genug. Möglicherweise – noch kennt keiner den Entwurf – wird es nicht hübsch genug. Mir geht dieses Gemaule ordentlich auf den Keks, offengestanden. Immer nur fordern, kritisieren, schlechte Laune verbreiten. Warum haben die, die da jeden Erfolg zerreden wollen, nicht selbst die 90 Millionen eingesammelt und selbst ihr Traumkaufhaus gebaut? Da kommen auf jeden Südstädter nur 900 €, und schon wäre das Geld beinander. Aber nein, lieber von anderen fordern, daß sie investieren sollen – gefälligst – und daß Entscheidungen nach dem Wunschtraum der SPD Steinbühl getroffen werden sollen. Die kann zwar vor allem eines, nämlich maulen, und einen hervorragenden Erfolg, der auch auf Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) zurück geht, kleinreden: „In der Südstadt wenig Neues!“. Warum nur beschleicht mich der Gedanke, daß geschlagzeilt werden würde „Rieseninvestition in der Südstadt! Der „Schoggen“ erstrahlt bald in neuem Glanz!“, wenn der Wirtschaftsreferent von der SPD gestellt werden würde?

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