Einspur-Stadtplaner

von André Freud:

 

Der Unsinn wird bloßgestellt. Der Nürnberger Stadtrat beschloß – gegen die Stimmen der CSU – in seiner „Weisheit“, daß die Fürther Straße zwischen Sielstraße und Maximilianstraße stadtauswärts einspurig werden soll. Wie man eine solche Strecke, die für den Verkehr von größter Bedeutung ist, einspurig machen kann, ist nicht nachvollziehbar. Aber manche halten sich halt für besonders gescheit.

So verkündet Baureferent Baumann, der uns Nürnbergern gerne auch mal eine „Bärenschanzenstraße“ erdichtet, folgendes: die Zahl der Fahrzeuge, die eine Straße verkraftet, wird nicht durch die Zahl der Spuren bestimmt, sondern an den Kreuzungen, und die wird ja unverändert bleiben. Aha, denkt sich vielleicht der bescheidene Hörer, ja, wenn der Herr Referent das sagt, dann ist mein bißchen Menschenverstand vielleicht einfach zu klein, um diese Wahrheit zu erkennen, und schließlich ist der Herr Referent ja deswegen Referent, weil er von der Sache etwas versteht, und man selber ist ja nur ein kleiner Dummbeutel, der von nichts eine Ahnung hat. So könnte es im bescheidenen, demütigen Nürnberger denken.

Pustekuchen. Heute in den NN wird die ganze Malaise entlarvt. Vor ein paar Tagen gab es an eben jener Kreuzung der Fürther Straße mit der Maximilianstraße einen Verkehrsunfall; eine Ampel wurde beschädigt. Nun muß in der Fürther Straße eine Spur gesperrt werden, bis die Ampel repariert ist. Und was macht die Stadtverwaltung? Die gleiche, die dafür ist, die Fürther Straße einspurig zu machen und behauptet, das würde den Verkehrsfluß nicht stören? Sie warnt. Sie warnt vor Staus, weil die Fürther Straße bis zur Ampelreparatur einspurig ist.

Ja, hält man uns denn für bescheuert?

Bild: Freud

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