Das Internet vergißt nix, Herr Kotzian!

von André Freud:

Der Herr Kotzian, Emanuel, ist schon ein lustiger Zeitgenosse. Er ist Herausgeber eines Blättchens, das die Legalisierung gewisser Drogen fordert. Dieses Blatt erscheint im Verlag „Sowjet GmbH“. Wer das witzig findet, sortiert sich wohl selbst aus der Gruppe der politisch ernstzunehmenden Zeitgenossen aus. Wie dem auch sei – der Herr Kotzian, Emanuel, ist neben seiner Herausgeberschaft dieser Dogen-Postille auch Kreisvorsitzender der Piraten-„Partei“ in Nürnberg.

So weit, so traurig. Nun ist dieser Bundestagsdirektkandidat (ha, ha) und Landtagsdirektkandidat (ha, ha) der Piraten-„Partei“ zugleich auch einer, der viel auf Facebook unterwegs ist. Dort hinterläßt er dann zuweilen auch geschmackvolle Duftnoten. Wenn man ihn dann darauf anspricht, dann wird er aber flugs zur Mimose. Und so flattert mir dann also ein Schreiben seines Rechtsanwalts ins Haus. In zweifacher Ausfertigung soll ich erklären und unterschreiben, daß ich nie mehr behaupten werde, daß „Herr Emanuel Kotzian gerne mal mit Hitler-Vergleichen auffällt“. Und 546,69 € bezahlen, an den Rechtsanwalt. Juhu!

Diese meine Behauptung sei, so läßt mich der Rechtsanwalt wissen, eine dem Beweis zugängliche Tatsachenbehauptung. Da hat er Recht, der Herr Rechtsanwalt. Er führt ferner aus, daß diese Tatsachenbehauptung unwahr sei, da der Herr Kotzian nicht mit Hitler-Vergleichen auffalle. Ach? Tatsächlich? Eben das ist eine unwahre Tatsachenbehauptung! Wahr ist, daß der Herr Kotzian sehr wohl folgendes auf in Bezug auf mich in Facebook schrieb (Kotzian-Schreibweise im fehlerhaften Original):

jedem sein führer – dem andre halt der MS

Nun – das ist ein Hitler-Vergleich. Auch wenn der Herr Kotzian meinen Vornamen nicht recht zu schreiben weiß (aber ich schrieb auch gelegentlich mal versehentlich „Emmanuel“ statt „Emanuel“, da will ich mal nicht so sein…) – daß mit „MS“ niemand anderes als Markus Söder gemeint war, ergibt sich aus dem Kontext zwingend. Also – ist es nun wahr oder unwahr, daß der Herr Kandidat Kotzian Hitler-Vergleiche anstellt? Wahr ist es. Eine wahre Tatsache. Und der Beweis ist auch vorhanden.

Auffallen tut er auch mit seinen Hitler-Vergleichen. Meine Facebook-Seite und mein Blog erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit, bei Freund und Feind. Er fällt auch gerne mit seinen Hitler-Vergleichen auf, denn er hat ihn noch zu rechtfertigen versucht.

Ich freue mich schon auf den Gerichtstermin. Denn: Kotzians Anwalt hat mir mitgeteilt, daß Kotzian unverzüglich gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen gedenkt. Dabei wünsche ich viel Vergnügen.

Es ist ja wohl typisch für einen von der Piraten-„Partei“, die angeblich für brutalstmögliche Transparenz steht, an den selbst fabrizierten Unsinn nicht mehr erinnert werden zu wollen. Und da hilft es auch nichts, den Beitrag zu löschen – wer auch immer das gewesen sein mag… Cui bono?

Facebook ist nämlich ein im großen und ganzen gut organisiertes Etwas. Man kann seinen Facobook-Account so einstellen, daß man über jeden Kommentar per eMail informiert wird. In dieser eMail steht dann auch, wer etwas schrieb, wann er es schrieb, und – vor allem – was er schrieb.

Nach dem Wechsel von PC zu Mac war es für mich zwar ein gewisser Aufwand, diese eMail wiederzufinden, aber, o freue dich, sie ist gefunden. Es wird mir ein Vergnügen sein, sie zu gegebener Zeit öffentlich oder gerichtsbekannt zu machen.

Lasset die Spiele beginnen!

Advertisements