Staatsmann

von André Freud:

Horst Seehofer war in Israel. Für einen deutschen Politiker keine einfache Sache, an der schon Politiker scheiterten – nicht nur böswillige, sondern auch gutwillige, die es nicht hinbekamen. Viele Journalisten trauen einem Landespolitiker nicht zu, eine heikle Reise ordentlich zu absolvieren. Dabei vergessen sie eines: wer den richtigen Kompaß hat, der braucht keine Probleme zu befürchten.

Der bayerische Ministerpräsident weiß um das, was im Verhältnis Deutschland-Israel, Bayern-Israel wichtig ist, worauf es ankommt. Niemand wird Horst Seehofer unterstellen, daß er sich irgendwie verbiegen muß, wenn er nach Israel reist. Seine Erschütterung in Yad Vashem war ebenso berührend, wie seine Bemühung um eine Offenlegung der Akten zum Olympia-Attentat 1972 redlich ist. Daß Seehofer – im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee – eine würdige Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestag ansetzte, zeigt um so mehr, daß er ein Mann ist, der auch im internationalen Zusammenhang sich zu bewegen weiß.

Bayern und Israel verbindet viel. Nicht nur mit Blick auf die Vergangenheit – gerade auch mit Blick auf Gegenwart und Zukunft sind Bayern und Israel gute Partner: im Handel, in der Wissenschaft, im – gegenseitigen – Tourismus. Seehofer hat sich bei dieser Reise, die er als Bundesratspräsident unternahm, als würdiger Vertreter Deutschlands und Bayerns erwiesen. Was ja wohl mal festgehalten werden darf.

 

Bild: Freud

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Ein Kommentar

  1. nuernbergqueen sagt:

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