Wochenend. Und Sonnenschein?

von André Freud:

Dürer

100.000 Besucher werden die Dürer-Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum nächste Woche gesehen haben. Über 200.000 werden es insgesamt wohl werden. Welch enorme Zahl! Welch profunder Nachweis, daß der Name Albrecht Dürer von weltweiter Wirkung ist. Der Vorschlag des bayerischen Finanzministers Markus Söder, dem Nürnberger Flughafen den Beinamen „Albrecht Dürer“ zu geben, wird angesichts dessen zu einer solchen Selbstverständlichkeit, daß opponierende Stimmen beim besten Willen nur als kleinkariertes Gemosere verstanden werden können. Jede Maßnahme, die den Markenwert Nürnbergs, gerade in Verbindung mit einem der Größten, den unsere Stadt je hervorbrachte, zu steigern hilft, ist zu begrüßen.

30

Wieder einmal: Tempo 30 vor Schulen. Kleinere Reibereien zwischen der Bezirksregierung und der Stadtverwaltung sind heute Gegenstand der Lokalpresse. Ein Aspekt bleibt aber dabei erstaunlicherweise unberücksichtigt. In Frage ist nicht zu stellen, ob Tempo 30 dort angeordnet werden soll, wo es Unfälle zu vermeiden gilt und zu vermeiden hilft. Es geht jedoch um Folgendes: Ist es richtig, auch dort Tempo 30 anzuordnen, wo die Schulkinder die Straße sowieso nicht betreten oder überqueren? Ich denke beispielsweise an die Sulzbacher Straße, wo zwischen Rathenauplatz und Stresemannplatz rechterhand das Melanchthon-Gymnasium liegt. Zum einen verlassen ohnehin die meisten Schüler das Gebäude durch den Ausgang in der Nunnenbeckstraße; zum anderen bewegen sich fast ausnahmslos alle Schüler entlang der Sulzbacherstraße – überqueren sie jedoch nicht. Mit Tempo 30 wird hier niemand geschützt, aber der Verkehr auf einer der Haupteinfallstraßen gebremst. Wofür ist das gut? Außerdem gilt zu bedenken: Wir haben etwa 15 Wochen Ferien pro Schuljahr (nicht nachgeschlagen, nur Pi mal Daumen geschätzt). Das ist jedenfalls mehr als ein Viertel eines Jahres. Auch zu diesen Zeiten soll Tempo 30 gelten. Warum? Das vertrackte an dieser Situation ist, daß viele Verkehrsteilnehmer Regeln dann nicht wirklich akzeptieren, wenn sie deren Sinn nicht einsehen. Und es ist ja auch sinnlos, ein starres, ein zu mindestens einem Viertel aller Tage völlig sinnloses Ausbremsen des Verkehrs anzuordnen. Diese teilweise Unsinnigkeit wird tendenziell sogar zum Gegenteil beitragen:  zum Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auch an Tagen, an denen Schule ist. Eine starre Lösung kann daher nicht die Lösung sein. Gefordert sind angemessene Lösungen, die den Schutz der Schüler ebenso berücksichtigen wie einen nicht unnötig ausgebremsten Verkehr andererseits. Programmierbare Verkehrszeichen sind natürlich etwas teurer als Blechschilder – aber nur sie erfüllen alle Zwecke. Daher soll man nicht mit der sinnlosen Gießkanne das Problem zu bewältigen suchen, sondern durch sachgerechte Schaltung eines Tempolimits während der Schulzeit, aber durch Tempo 50 an Tagen, an denen die Schulen geschlossen sind. Manchmal taugt eben die Billiglösung nicht.

Tiergarten bei Nacht

Am 21.07.2012 kann man den Nürnberger Tiergarten nachts besichtigen. Diese seltene Gelegenheit sollte man wahrnehmen – interessante, neue Blickwinkel sind ganz sicher für jeden aufzufinden.

Wappenkunde

Richard Dietz heißt der Mann, und „Nürnberger Bürgerwappen I bis III“ sein Werk. Sechs Jahre lang (!) hat der Buckenhofer (!) die Nürnberger Bürger- und Handwerkerwappen erforscht und nun sein umfangreiches Werk vorgelegt. Eine beeindruckende Leistung. Wer sich dafür interessiert: rjdietz@t-online.de

SPD: daneben gelangt

Man erinnert sich vielleicht noch an den grandios unbegründeten Angriff, den die SPD-Stadträte Thorsten Brehm und Katja Strohhacker unter Begleitmusik durch SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Vogel gegen den Wirtschaftsreferenten Michael Fraas (CSU) führten. Die Absurdität des Vorhabens wurde ebenso bloßgelegt wie die Veerwendung falscher Zahlen. Nun kommt ein weiterer Beleg dafür, daß der Angriff nichts mit der Realität, sondern lediglich mit parteipolitischen Kabalen zu tun hatte. In den NN von heute ist auf S. 24 zu lesen, daß der Wirtschaftsraum Mittelfranken „nach einer aktuellen Studie besser da(steht), als sich der Standort bisweilen selbst einschätzt“. Nürnberg als weitaus größter und wichtigster Teil des Wirtschaftsraums Mittelfranken ist demzufolge … waas? Eben: gut in Schuß. Die Studie wurde übrigens, um etwaige Zweifel gleich mal zu zerstreuen, nicht von der CSU ooder der Bezirks- oder Staatsregierung in Auftrag gegeben, sondern von der vbw, der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Punkt. Genossen, da habt Ihr Euch mal wieder einen Bock geleistet!

Bild: Freud

Advertisements