Aus dem Stadtrat – Witz der Woche inklusive

von André Freud

Drogenprobleme im K4: Stadträte der SPD und die Stadtverwaltung sind für die Einrichtung von öffentlichen Drogenkonsum-Räumen. Fixerstuben als städtischer Service? Neben Kindergärten, Straßenreinigung und Parküberwachung nun also Fixerstuben als Bestandteil der öffentlichen Vorsorge? Nein. Hier streiten zwei Interessen gegeneinander. Natürlich ist es richtig, wenn die Stadt – nach ihren Kräften – Drogenabhängigen Unterstützung bietet. Diese kann aber nicht darin bestehen, den Zustand der Drogenabhängigkeit zu erleichtern. Der Abbau jeder Hemmschwelle ist rigoros zu vermeiden – denn jeder kleine Schritt, der dazu führen kann, daß gefährdete Menschen denken, daß es ja so schlimm nicht sei, schwer drogenabhängig zu sein, wird neue Drogenopfer hervorbringen.

Wäre es so, daß man sicherstellen könnte, daß künftig kein Mensch mehr drogenabhängig wird, dann könnte man für die bedauernswerten Menschen, die in dieser schlimmen Lage sind, über andere Maßnahmen reden. Es wäre aber verantwortungslos gegenüber der jungen Generation, die – mehr als berechtigte – Angst der Menschen vor Drogenabhängigkeit zu mildern, und wenn es nur zum Schein wäre. So schlimm es klingt, ist es doch wahr: eine Maßnahme im Kampf gegen Drogen besteht darin, den Gefährdeten vor Augen zu halten, wohin Drogenkonsum führt. Was an dieser Maßnahme, die nicht deutlich genug zurückgewiesen werden kann, vor allem falsch ist: sie leistet nicht den geringsten Beitrag, um Menschen den Ausstieg aus der Drogenwelt zu erleichtern. Deswegen ist sie fatal und mit der CSU nicht zu machen.

Zum Thema Minarett liegt im Integrationsbeirat ein Antrag des kroatischen Minderheitenvertreters gegen das Minarett vor: es schade dem Konses der Stadtgesellschaft. Stimmt. Wir müssen die Menschen – möglichst viele auf beiden Seiten – mitnehmen, wenn wir die Integration voranbringen wollen. Wenn sich eine Gruppe aus nicht nachvollziehbaren Gründen vor den Kopf gestoßen fühlt, dann schadet das der Integration. Während die SPD hier eine vielleicht gut gemeinte Politik, aber an den Menschen vorbei machen will, dann hat sie nicht nur die Vernunft und die überwältigende Mehrheit der Bürger gegen sich – sie hat auch die eigene Parteibasis gegen sich. In SPD-Ortsverbandsversammlungen gibt’s fürs Minarett auch nicht mehr Befürworter als bei uns.

Witz der Woche

Viele Menschen essen in städtischen Kantinen. Müllwerker, Büroangestellte der Stadt. Es gibt auch Kantinen, die einen städtischen Zuschuß erhalten – in Kindergärten, beispielsweise. Und nun kommen sie daher, die Weltverbesserer, die Gutmenschen – die, die anderen Menschen vorschreiben möchten, wie sie gefälligst zu leben haben: SPD, Grüne, ÖDP. Und was werden sie im Stadtrat als Antrag einreichen? Daß an jedem Donnerstag zwangsweise nur vegetarisch gegessen werden darf, genauer gesagt: vegan. Ei, das wird eine Freude sein im Gesicht der städtischen Müllwerker, wenn sie nach des Tages schwerer Müh ein Tofuplätzchen mit Grünkern vorgelegt bekommen!

Bitte nicht falsch verstehen: ich habe nichts gegen vegetarische Kost. Wer’s mag – wunderbar. Wogegen ich etwas habe, ist, daß immer öfter versucht wird, den Bürgern die fromme Denkungsart aufzuzwingen. Wer für mehr gesunde Ernährung eintritt (und vegane Kost für gesund hält), der soll dies durch mehr Aufklärung tun. Es spricht auch nichts dagegen, den Kantinen dabei zu helfen, ein vegetarisches Gericht zur Wahl anzubieten. Zur Wahl – ja. Aber als Zwang? Indiskutabel!

 

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