Schwache Ansage, Herr Vogel

von André Freud:

Christian Vogel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Nürnberger Stadtrat, befleißigt sich, auf seiner Facebook-Seite ein wenig spöttelnd mit dem Antrag Markus Söders umzugehen, dem Nürnberger Flughafen den Beinamen „Albrecht Dürer“ zu geben.

Zweierlei fällt auf:

  1. Vogel übt lediglich negative Kritik, bringt aber keinen einzigen konstruktiven Vorschlag
  2. Die Kritik Vogels ist unsachlich, inhaltlich falsch und geht am Thema vorbei

Niemals hat irgend jemand behauptet, daß die Probleme des Nürnberger Flughafens zu lösen seien, indem man ihn tauft. Es ist eine solche Umbenennung ein kleiner Beitrag, um die Marke Nürnberg, die Marke Nürnberger Flughafen mit einem höheren Wiedererkennungswert zu versehen. Der Marketing-Mann denkt hierbei an Begriffe wie „Branding“, also das Erschaffen einer Marke. Durch höheren Wiedererkennungswert wird eine positive Affektion zum Begriff geschaffen. Jedermann weiß, daß ein New Yorker Flughafen „JFK“ heißt, „John F. Kennedy“ – auch wenn inzwischen die meisten Flüge aus Deutschland in Newark landen. Fliegen deswegen mehr Menschen nach New York? Das kann man nicht mit Sicherheit sagen. Aber jeder Aspekt, der den Markenwert einer Stadt erhöht, wirkt kumulativ und positiv.

Deswegen wäre es sinnlos, den Flughafen in „Martin Behaim“ umzubenennen, denn Behaim ist als Name und als Person nur einem Bruchteil der Menschen bekannt. Albrecht Dürer ist hingegen ein Name weltweiter Reputation. Man könnte den Flughafen nach vielen verdienten Nürnbergern nennen, etwa nach Andreas Urschlechter. Aber den kennt man im Ausland nicht so richtig, und der Name wäre mit der SPD sicher nicht zu machen. Aber es wäre, wie dargestellt, keine gute Idee, obwohl Urschlechter sich auch gerade um den Flughafen verdient machte.

Die Debatte ist natürlich kein „Luxusproblem“, wie Vogel sagt. Da die Umbenennung nicht teuer kommt, kann von Luxus nicht die Rede sein. Sie ist übrigens auch kein „Problem“. Der Antrag Söders liegt vor, und er dürfte eine Mehrheit bekommen. Mir will scheinen, daß Vogel sich ein wenig ärgert, daß der Vorschlag nicht aus seiner Partei kam.

Aber aus der SPD konnte so ein Vorschlag nicht kommen – denn: dann würde der Vorwurf erhoben werden, daß der SPD wirklich nichts anderes einfällt als eine Taufe.

Die Nordanbindung würde helfen. Wo gibt es das, daß ein Flughafen von der Größe des Nürrnbergers nur über eine Gemeindestraße erreichbar ist? Die Abertausenden von Menschen, die Tag für Tag in kurzer Entfernung am Flughafen auf der A3 vorbeifahren, kriegen nicht einmal richtig mit, daß er dort liegt – eine eigene Ausfahrt mit entsprechendeer Beschilderung würde auch durch sich selbst werbend wirken. Aber hier mauert die SPD. Vogel scheint davon ablenken zu wollen.

Was Vogel in seinem Statement vermissen läßt: Vor wenigen Wochen erst reiste Markuus Söder in die Türkei und vereinbarte mit der größten türkischen Fluggesellschaft eine Kooperation. Schon vergessen, wie?

Wirtschaftsreferent Fraas leistet ebenfalls wichtige Arbeit für den Erfolg des Flughafens. Zuusammen mit seinem Vorgänger Fleck, der nun im Vorstand der Messe tätig ist, wird konntinuierlich am Ausbau der gesamten Infrastruktur gearbeitet, die beiden Einrichtungeen – Messe und Flughafen – zugute kommt. Das setzt Synergien für beide Einrichtungen frei, außerdem für die Nürnberger Hotelerie und Gastronomie, für den Nürnberger Tourismus und Einzelhandel frei. Schon vergessen?

Ich denke, es stünde dem Fraktionschef der zahlenmäßig größten Stadtratsfraktion besser an, jeden Vorschlag zu unterstützen, der die Marke Nürnberg verbessert. Auch, wenn es nur eine kleine Sache wie eine Taufe ist. Auch dann, wenn die Idee dazu von Markus Söder stammt.

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