Moschee? Ja. Minarett? Nein.

von André Freud:

Sollen Religionen, die bei uns vertreten sind, ihre Gotteshäuser bauen dürfen? Ja.

Sollen Religionen, die von einer Minderheit praktiziert werden, Gebäude als Symbole, die zumindest auch als kultureller Hegemonieanspruch verstanden werden, errichten dürfen? Nein.

Die Gründe sind einfach.

Ein Minarett ist laut Wikipedia ein Turm für den Gebetsausrufer (Muezzin) an oder bei einer Moschee. Wenn das  Minarett keine echte Funktion hat, dann bleibt nur eine Symbolwirkung. Es ist dann eindeutig ein auch  politisch Symbol. Das Praktizieren des Glaubens steht dazu in keinerlei Zusammenhang. Als Machtsymbol bringt es einen undemokratischen Anspruch zur Geltung.

Man möge nicht argumentieren, daß es nicht so gemeint sei. Darauf kommt es nicht an. Es kommt hierbei allein auf den Empfängerhorizont an: Wenn bei uns sich eine Mehrheit vom Minarett als Symbol bedrängt fühlt, dann ist es nicht mehr wichtig, ob die Erbauer des Minaretts bedrängen wollen. Sie tun es. Gerade wenn ein Minarett errichtet werden soll, von dem kein Muezzin rufen wird, ist klar, daß es alleine auf das Symbol ankommt. Und eben dieses Symbol lehnen wir ab.

Es ist auch notwendig, an eines zu erinnern: Als Rechtsstaat mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung schützen wir Minderheiten. Wir schützen Religionsausübung. Aber dabei bleiben Minderheiten das, was sie sind: Minderheiten. Sie sind keine Mehrheiten, die naturgemäß andere Rechte haben.

Deswegen ist die CSU nahezu geschlossen gegen die Baugenehmigung für Minarette. Die Basis ist in dieser Frage eindeutig. Die Nürnberger Stadtratsfraktion vertritt ebenfalls die Meinung: Moschee? Ja. Minarett? Nein.

Die Nürnberger SPD vertritt hier einen uns gänzlich unverständlichen Kurs. Da wird gegen Kirchturmneubauten vorgegangen, aber Minarette wollen sie erlauben. Nicht mit uns, nicht mit der CSU. Die muslimischen Gemeinden in Nürnberg sollen gemäß dem Baurecht die Gotteshäuser bauen, die sie wollen. Ein Minarett gehört nicht dazu.


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